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Rolf Brombach, 1st School of Austrian FreeFlight

Wie alles anfing...

Winter 1989 in Zephyhills, Florida, es ist Abend, wir sitzen nach einem langen Sprungtag um das große Lagerfeuer herum, es wird getrunken und erzählt.

Ich sitze neben Olaf Zipser, einem jungen, schlanken Springer aus Deutschland, der sich offenbar fest entschlossen hat, ein paar völlig "abgedrehte" Dinge zu tun; zu einem, so sagt er, will er jetzt einmal eine Weile in den USA bleiben. Zum anderen möchte er gerne einen Ultralight bauen, und zwar so einfach und effizient wie nur irgend möglich , mit diesem Teil will er dann die Welt umrunden - oder wenigstens Teile davon, auf jeden Fall aber will er nicht mehr und nicht weniger , als das Fallschirmspringen revolutionieren.

Auf den Kopf stellen, gewissermaßen. Alle, auch ich, schauten ihn verständnislos an. "Ja ja, sprudelte es aus ihm heraus, ich weiß es noch wie heute, zu beeindruckend war die Wucht und Leidenschaft, mit der Olav nun zu reden begann, "die dritte Dimension muß her! Wir werden durch die Luft tauchen, spielen miteinander, umeinander herum, wie die Delphine im Wasser! Wir werden mit 300 Sachen an Wolkentürme vorbeifliegen, in sie rein und aus ihnen wieder heraustauchen".

Wir waren echt sprachlos. Und nicht jeder glaubte wirklich alles.

Erste Freefly Photos:

Jahre vergingen, unsereins ging wieder den normalen europäischen Leben nach, Fallschirmspringen fand auf den Bauch statt. Und dann , ich weiß nicht mehr genau wann, tauchten die ersten Fotos auf - Olaf Zipser, Omar Alhegelan und Charles Bryan in einem 3-way-compressed, aber auf dem Kopf und im Stand-up! "Trickaufnahmen", sagten spontan ein paar notorische Skeptiker. Ich aber ahnte, daß es nun Wirklichkeit geworden ist, was Olaf vor Jahren in Zephyhills voraussagte. Vor den nächsten Sprüngen machte ich mir nun Gedanken, wie man am einfachsten wohl in solche Posen gelangen könne. Erste Exitversuche aus der großen Skyvan Tür ließen nur ein Hauch einer Ahnung zu, wie das wohl ist, wenn einen der Wind tatsächlich nicht mehr am Bauch anströmt, sonder direkt am Kopf trifft. Die Sache war bald beschlossen und erkannt: autodidaktisch geht das schwer bis gar nicht. Da muß mir jemand helfen! Zipser, inzwischen Chef seiner eigenen Freefly-Schule und gemäß des neuen Outfits CLOWN # 1 genannt, praktizierte und "predigte in Eloy, Arizona. Also nichts wie hin!! Ich hatte zwar kein Geld, ich gab es aber trotzdem aus. 65.- USD kostete beim Guru der Coachdive, enthalten waren sein und mein Ticket, sein Coaching und auch das Video, das bei Olav ständig mitlief, eine armlange PANASONIC, die auf den Helm trug. 30 Jumps veranschlagte ich fürs erste.

Erste eigene Freeflights , erste Erfolge:

Anfangs gelang mir wenig bis nix, nervös war ich auch. Ich hatte zwar schon 3000 Sprünge, zu dieser Zeit, aber wenn man, wie ein Schüler, von Olav am Brustgurt gehalten wird, beim Exit, auch noch Atemübungen machen muß und die halbe (Springer-) Welt schaut einem zu, dann kommt man sich eher vor wie ein Sextaner auf der Penne. Aber Fortschritte stellten sich bald ein, auch und gerade wegen der Schier unglaublichen fliegerischen Leistungen Olav's. Wo ich war, war auch er, egal was ich aufführte. Ständig sein Finger, mal fortdeutend, mal lockend. "Schau stets zu mir! Wenn Du nicht hinschaust, hast Du nur ein Video. So aber hast Du ein Video und einen Instruktor", das ist einer der Sätze, die mir in Erinnerung blieben.

Erstes FREEFY-FESTIVAL inEloy

Erste größere Headdown-Formation

1996 fand in Eloy das erste, gewaltige Freefly-Festival statt. Selbst alte Hasen, wie "Michigan" Sandberg, standen fassungslos vor

der großen Bilderwand und sahen zu, was Zipser & Co da oben inzwischen aufführten. Jeder spürte: das ist der Durchbruch, das kommt jetzt wie eine Lawine. Inzwischen sind noch keine fünf Jahre vergangen, und fast überall kann man von jungen Freeflyern Figuren sehen, wie das "compressed" von Olav,Omar und Charles - was viel damals für eine "Trickaufnahme" hielten. Freeflying ist inzwischen Wettkampf geworden, bei der WM 2001, feierte die neue Disziplin ihr Debüt. Es gibt bereits Weltmeister im Freeflying. Und wo das endet bzw. wo das hingeht, das weiß keiner. Allenfalls Olav.

(Text von Rolf Brombach, Chiefinstructor der 1ST AUSTRIAN SCHOOL OF FREEFLY)

Quelle: http://www.fun-flyer.de/fun-flyer.de%20II/History%20Freefly.htm

 

(by the way Rolf, Olav schreibt man mit V ;)